Deutschland erlaubt Nierentausch: Wichtiger Fortschritt – mit Beitrag von Axel Ockenfel
Am 26. März 2026 hat der Deutsche Bundestag eine Reform des Transplantationsgesetzes verabschiedet, die erstmals Nierentauschprogramme in Deutschland ermöglicht. Künftig sind sogenannte Überkreuzspenden zwischen inkompatiblen Spender-Empfänger-Paaren erlaubt – ein Verfahren, das in Ländern wie Spanien und dem Vereinigtes Königreich bereits etabliert ist.
Axel Ockenfels, Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensökonomik, hat die Reform seit langem gefordert und mit seiner Forschung und politischen Beratung im Bereich Marktdesign beratend begleitet.
Er begrüßt das Gesetz als wichtigen Fortschritt, sieht jedoch weiterhin Verbesserungsbedarf. Insbesondere der Ausschluss biologisch kompatibler Paare könnte die Effizienz des Systems begrenzen, da eine breitere Teilnahme bessere Übereinstimmungen und mehr Transplantationen ermöglichen würde.
Kritisch bewertet Ockenfels zudem den geplanten zeitlichen Vorlauf von bis zu drei Jahren für die Umsetzung. Angesichts bereits etablierter Systeme in anderen europäischen Ländern sei diese Verzögerung schwer nachvollziehbar.
Insgesamt stellt die Reform einen bedeutenden Schritt dar, um die Organvergabe in Deutschland zu verbessern und mehr Patientinnen und Patienten den Zugang zu lebensrettenden Transplantationen zu ermöglichen.
